Schweizer Beitrag zur geschlechtergerechten Sprache

Die deutsche Sprache. Poesie und Literatur, endlos kombinierbare Nomen und nicht zu vergessen vier wunderbare Fälle, von welchen der eine noch immer nicht des anderen Tod geworden ist. Eine wunderbare Sprache. Wäre da nicht das Gendering. Im Gegensatz zum Englischen hat nämlich alles einen Genus und vieles einen Sexus. Während sich niemand am männlichen Genus des Mondes oder dem weiblichen Genus der Sonne stört, wird immer wieder heftig über den Sexus diskutiert. Während “der Arzt” für die einen schlichtweg für Vertreter dieser Berufsgattung jedweden Geschlechts gilt, sehen andere hier die Frauen klar diskriminiert. Denn letzten Endes heisst es ja eben doch “der Arzt” und nicht “die Arzt”. Also sollte man von Ärzten und Ärztinnen sprechen.

SPFrauen

Giacobbo/Müller erzürnten die Transgender Community mit ihren flachen Sprüchen über die Umbenennung der SP Frauen

Vergessen geht bei dieser Diskussion jedoch ein Thema, welches im April von den SP Frauen aufs Parkett gebracht wurde, die sich neu SP Frauen* nennen möchten. Dies ausdrücklich mit der Motivation, eben auch jene als Transgender bezeichnete Bevölkerungsgruppe zu berücksichtigen, bei welcher das biologische Geschlecht mit jenem der Selbstwahrnehmung nicht korreliert. Und Ärzte, wie auch Ärztinnen sind nunmal lediglich das eine oder das andere. Deshalb findet mittlerweile auch der Stern des öfteren Verwendung.

Das macht in der geschriebenen Sprache durchaus Sinn, doch beim Sprechen wird es schwierig, weshalb der Stern also ebenfalls keine Lösung ist.

Der urschweizerische Vorschlag für dieses Problem geschlechtergerechter Sprache? Der Diminutiv!

Wir Schweizerli rühmen uns nur zu gern mit unserer Neutralität. Und manch Kritikerli stellt diese auch regelmässig in Frage. Deshalb ist es nur naheliegend, dass die Schweiz mit diesem Beitrag zur Neutralisierung des Genderings Flagge zeigt. Immerhin könnten wir damit ein Problem lösen, über das sich schon unzählige Linguistli erfolglos den Kopf zerbrachen. Der Diminutiv könnte dieses Problem endgültig aus der Welt schaffen, auch wenn es deutlich imposanter klingt, von einem Superhelden zu sprechen anstatt diesen als Superheldli zu bezeichnen. Doch im Gegensatz zum nicht real existierenden Superhelden könnte das vollkommen geschlechtsneutrale Superheldli tatsächlich den Frieden wahren. Zumindest zwischen den verschiedenen Geschlechtern in Bezug auf den Sexus.

Wer eine bessere Lösung findet, möge sich melden. Und so wünsche ich allen Leserli viel Spass beim Grübeln, Diskutieren und Verzweifeln. Denn Hand aufs Herz: Eine ernstzunehmende Lösung konnte in dieserm Artikel wohl doch nicht präsentiert werden. Eine andere, allumfassende Lösung für dieses Problem ist aber leider auch weit und breit nicht in Sicht.

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