Erleichterte Einbürgerung für islamische Fundamentalistinnen

Am 12. Februar 2017 sind wieder Volksabstimmungen in der Schweiz. Abgestimmt wird unter anderem über die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration. Während die Vorlage zur automatischen Einbürgerung der zweiten Generation 2004 noch mit 56.8% Nein-Stimmen abgelehnt wurde, stehen die Chancen diesmal deutlich besser. Und das wurmt die Rechte.

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Schweizer Pass

Zum Verständnis: Die erleichterte Einbürgerung unterscheidet sich von der ordentlichen Einbürgerung hauptsächlich darin, dass anstelle von Kantonen und Gemeinden der Bund über die Einbürgerung entscheidet. Erspart wird Einbürgerungswilligen damit in erster Linie, 12 Jahre lang in der selben Gemeinde ausharren und sich dann der Willkür einer Gemeindeversammlung auszuliefern zu müssen, die das Gesuch nach Gutdünken gutheissen oder abschmettern kann. Und ermöglicht wird diese Erleichterung wohlgemerkt nur der dritten Generation! Das sind die hier geborenen Kinder der hier geborenen Kinder von Ausländern und Ausländerinnen, die irgendwann zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg in die Schweiz einwanderten. Wie bei der ordentlichen Einbürgerung wird von diesen aber nur eingebürgert, wer hier geboren wurde, hier zur Schule ging, sich nachweislich integriert hat, keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt und keine Sozialhilfe bezieht.

Nun wäre die SVP aber nicht die SVP, würde sie nicht gegen jedes auch noch so naheliegende Zugeständnis an Ausländer und Ausländerinnen poltern. Der Mann fürs Grobe in solchen Fragen ist seit den letzten Parlamentswahlen Andreas Glarner. Jener SVP-Nationalrat also, der mit Falschinformationen rechte Hetze betreibt und politische Gegnerinnen aufgrund ihres Erscheiungsbildes öffentlich beleidigt. Ganz besonders einfallsreich war auch sein Ratschlag, schlechte Presse über unschuldige Todesopfer des schweizer Waffenhandels dadurch zu verhindern, dass man bei Handgranaten einfach auf die Swissness verzichtet, wenn man sie an fragwürdige Regime verkauft.

Da verwundert es nicht, dass aus dieser Ecke allen Ernstes dieses Plakat lanciert wird, um gegen die sauber reglementierte Einbürgerung der dritten Ausländergeneration zu protestieren. Gegen die Nachkommen von Familien, die seit Generationen in der Schweiz leben, sich bestens integriert haben und massgeblich zur Entwicklung der Schweiz beigetragen haben:

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SVP-Plakat gegen die Volksinitiative

Echt jetzt?

In meinen Adern fliesst zu einem Drittel schweizer Blut. Ich bin aber geborener Schweizer, weil mein deutscher Vater meine schweizer Mutter heiratete. Und diese ist wiederum Schweizerin, weil meine italienische Grossmutter meinen schweizer Grossvater heiratete. Letzteres geschah ungefähr zu jener Zeit, als das erste Tonbandgerät erfunden wurde. Der erste Kugelschreiber. Die erste Langspielplatte. Und nun gibt es die anderen. Mitmenschen, deren Vorfahren zu jener Zeit zwar auch schon in der Schweiz lebten, jedoch nicht jemanden mit Schweizer Staatsbürgerschaft heirateten.

Fühlt sich diese “dritte Ausländergeneration” deswegen wirklich weniger schweizerisch als ich? Wegen diesem einen Detail, das vor vielen Jahrzehnten war? Ich denke nicht. Ausser in bestimmten Momenten wie diesen wahrscheinlich, wenn die SVP mit dem Finger auf sie zeigt. Die bösen, seit Generationen hier beheimateten Ausländer. Illustriert durch das nur allzu bemüht wirkende, dämonische Niqab-Schreckgespenst. Und das, obwohl es derzeit nur eine salafistische Niqab-Trägerin gibt, die regelmässig für öffentliche Empörung sorgt. Und die ist gebürtige Schweizerin.

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